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Oldtimer

H-Kennzeichen für Oldtimer: Voraussetzungen, Kosten und Steuervorteile

30.6.2026 · 5 Min

Das H-Kennzeichen ist das Kennzeichen für historische Kraftfahrzeuge. Wir erklären, wann ein Fahrzeug als Oldtimer gilt, was die Zulassung kostet und welche Vorteile es bringt.

Was ist das H-Kennzeichen?

Das H-Kennzeichen (H für „Historisch") ist ein besonderes Kraftfahrzeugkennzeichen für Fahrzeuge mit historischem Status. Es wird am Ende der Kennzeichenkombination geführt – etwa „M AB 1234 H". In Deutschland ist es seit 1997 möglich, Fahrzeuge als historisch zuzulassen.

Die Grundlage bilden § 23 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) und die entsprechenden Begutachtungsrichtlinien der Technischen Überwachungsorganisationen.

Voraussetzungen für das H-Kennzeichen

Ein Fahrzeug kann als historisches Kraftfahrzeug anerkannt werden, wenn es mindestens 30 Jahre alt ist (gerechnet vom Datum der Erstzulassung), wenn es weitgehend dem Originalzustand entspricht oder originalgetreu restauriert wurde und wenn es in einem guten Erhaltungszustand ist.

Was genau „originalgetreu" bedeutet, wird von einem anerkannten Sachverständigen (TÜV, DEKRA etc.) beurteilt. Übliche Modernisierungen wie Sicherheitsgurte oder Katalysatoren sind in der Regel unschädlich, wenn sie den Charakter des Fahrzeugs nicht wesentlich verändern.

  • Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegend
  • Weitgehend originalgetreuer Zustand oder originalgetreue Restaurierung
  • Guter Erhaltungszustand – kein erheblicher Rost, keine gefährlichen Mängel
  • Begutachtung durch anerkannten Sachverständigen (§ 23 FZV-Gutachten)

Ablauf der Zulassung

Zuerst beauftragen Sie einen anerkannten Sachverständigen mit dem sogenannten § 23 FZV-Gutachten. Dieses bestätigt den historischen Status und die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs. Mit dem Gutachten gehen Sie zur Zulassungsstelle und beantragen das H-Kennzeichen.

Das Gutachten kostet je nach Sachverständigem und Fahrzeugtyp üblicherweise zwischen 80 und 200 EUR. Die Zulassungsgebühren entsprechen denen einer regulären Zulassung.

Vorteile des H-Kennzeichens

Der bedeutendste Vorteil ist die pauschale Kraftfahrzeugsteuer: Pkw mit H-Kennzeichen zahlen unabhängig von Hubraum und Abgasnorm jährlich 191,73 EUR – Krafträder 46,02 EUR. Das ist bei älteren Großhubraum-Fahrzeugen oft erheblich günstiger als die reguläre Berechnung.

Zusätzlich erhalten H-Kennzeichen-Fahrzeuge automatisch die grüne Umweltplakette (Schadstoffgruppe 4), unabhängig von der tatsächlichen Abgasnorm. Das ermöglicht die Einfahrt in alle deutschen Umweltzonen.

  • Pauschalsteuer: 191,73 EUR/Jahr für Pkw, 46,02 EUR für Krafträder
  • Grüne Umweltplakette automatisch
  • Häufig günstigere Oldtimer-Versicherungstarife
  • Freie Fahrt in alle Umweltzonen

Fazit: Lohnt sich das H-Kennzeichen?

Für Fahrzeuge, die die Voraussetzungen erfüllen, lohnt sich das H-Kennzeichen fast immer. Die Pauschalsteuer ist bei hubraumstarken Fahrzeugen der ältesten Euro-Klassen deutlich günstiger, und die Umweltplaketten-Regelung ermöglicht uneingeschränkte Mobilität in Städten.

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